|   Thomas Wörz   |   Diplom-Psychologe   |   Analytischer Kinder- und Jugendlichentherapeut   |

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Eltern-Kleinkind-Therapie

Eltern-Kleinkind-Therapie

In der Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Psychotherapie wird gegenwärtig eine Vielzahl unterschiedlicher Behandlungsansätze diskutiert, die von psychoanalytischen Eltern-Säuglings-Psychotherapien über pädiatrische Interventionen, Interaktionsanleitungen hin zur Entwicklungsberatung reichen. Ziel der Interventionen sind spezifische Störungen der psychischen Entwicklung und Gesundheit im Säuglings- und Kleinkindalter, die sich in der frühkindlichen Verhaltensregulation zeigen: auf exzessives Schreien, Schlafstörungen, Fütter- und Gedeihstörungen, exzessives Klammern, motorische Umtriebigkeit und exzessives Trotzverhalten.

Die unterschiedlichen Störungsbilder haben entwicklungspathogenetisch viele Gemeinsamkeiten: Sie stellen als solche keine Pathologie dar, vielmehr handelt es sich um Extremausprägungen normaler phasentypischer Verhaltensformen, die in engem Zusammenhang mit der Bewältigung der wichtigsten phasentypischer Anpassungs- und Entwicklungsaufgaben des Säuglings- und Kleinkindalters stehen. Diese werden weder vom Kind, noch von der Mutter alleine bewältigt, sondern erfordern ein Zusammenspiel der heranreifenden kindlichen Regulationsfähigkeiten und der intuitiven elterlichen Regulationshilfen.

Sinnvoll ist ein integrativer und interdisziplinärer Ansatz, der gleichzeitig biologische, psychologische Prozesse und soziale Faktoren und deren wechselseitige Beeinflussung berücksichtigt, je jünger das Kind, umso deutlicher ist die Störung im Entwicklungskontext des Eltern-Kind-Beziehungssystems angesiedelt. Bindungserfahrungen, Beziehungsfaktoren, Interaktionsmuster sind entscheidend, um prognostisch bedeutsame Abweichungen in der Entwicklung zu erkennen, zu beurteilen und eine Gefährdung des Kindes ableiten zu können. Häufigste Risikofaktoren für Regulationsstörungen sind: Pränatale Belastungen mit chronischem Stress, abnormen Ängsten, Konflikten und Depression, die sowohl nachhaltige Auswirkungen auf die postnatale Befindlichkeit der Mutter, als auch auf Reaktivität und basale Regulationsfähigkeit des Neugeborenen haben können. Peri- und postnatal sind es Mangel- und Frühgeburtlichkeit, neuromotorische Unreife und atopische Belastungen auf kindlicher Seite, auf elterlicher Seite vor allem postpartale und chronische depressive Störungen der Mutter und beziehungsrelevante Faktoren wie Paarkonflikte, aktuelle Konflikte mit den Herkunftsfamilien und belastete oder traumatische Beziehungserfahrungen in der Kindheit der Eltern (nach Papousek, 2006).

Das durch die Psychotherapie bei den Eltern geförderte Verstehen der kindlichen Kommunikations- und Interaktionssignale beruhigt den Säugling und verbessert den Entwicklungsraum des Kindes, weil seine Affekte verstanden und verdaut zurückgegeben werden und so zu einem psychischen Stukturzuwachs führen. Die Zurücknahme elterlicher Projektionen und verzerrter Wahrnehmungen des Kindes und die Veränderung in der inneren Repräsentanz des Kindes fördern den Dialog mit ihm, verbessern die Interaktionsqualität und Feinfühligkeit der Eltern und stärken so die Entwicklung des kindlichen Selbst. Dadurch wird im Prozess der Herausbildung von Objekt- und Selbstrepräsentanzen die Entwicklung des Kindes nachhaltig gefördert, so dass die psychische Organisation des Kindes gesundet.



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